Changing Times

Das Festival MANöVER, 1995 zum dritten Mal ausgetragen, widmet sich in diesem Jahr der international zunehmend beachteten Off-Theater- und Tanzszene der slowenischen Hauptstadt Ljubljana.
Klein aber fein, die Kunst dieser Stadt (300.000 Einwohner) beeinflußte seit Jahrzehnten das gesamte Ex-Jugoslawien und findet nun verstärkt Eingang nach Mitteleuropa.
Kein Geheimtip mehr, eben deshalb Zeit, einen Querschnitt in Leipzig vorzustellen.

Betontanc by Cordula Giese
Foto © Cordula Giese (BETONTANC: Every Word a Gold Coin's Worth)

Was Theater betrifft, wird in Ex-Jugoslawien momentan in Inhalt und Form am kompromisslosesten zur Sache gegangen. Die Ensembles, die wir eingeladen haben sind erstklassig. Sie wären vielleicht ganz froh, sich mit dem Personal und dem Equipment eines großen Hauses in Sicherheit zu wiegen, sind aber immer noch gewillt, das Risiko einer dreckigen, leeren Fabrikhalle einzugehen.
--> Festivalleiter Knut Geißler im Interview mit dem Leipziger Stadtmagazin KREUZER

Aufführungen
Branko Potočan: Who drew the ski-jump to Mr. Janko
Matjaž Pograjc & BETONTANC: Every Word a Gold Coin's Worth
Matjaž Pograjc & BETONTANC: Know Your Enemy
Tomaz Štrucl & Glej Theater: Cliopatra

Film
Laibach - Sieg unter der Sonne

Arbeitspräsentation
Matjaž Pograjc

Workshop
Tanja Zgonc

Presse
Das Konzept des MANöVER-Festivals scheut Weltläufigkeit um ihrer selbst willen wie das gebrannte Kind das Feuer. Es begibt sich auf die Suche nach Inszenierungen, die, auch und gerade in hoher Künstlichkeit, von der Präsenz des Außerkünstlichen inspiriert, spiritualisiert, auch vergewaltigt werden. Als Qualitätsmaßstab wird die Bewältigung dieses Widerspruchs in der jeweiligen Inszenierung erkennbar. Damit bezieht das MANöVER in der Diskussion um die Spezifik des Freien Theaters einen streitbaren, aber einen erkennbaren Standpunkt.
--> Stefan Kanis, Theater der Zeit